Marionettentheater Dombrowsky Guenther von Schwarzburg

Günther von Schwarzburg oder Der Kampf um die Krone – Singspiel

Ein ergötzliches und liebreizendes Marionettenspiel über den legendären deutschen König aus dem edlen Hause der Schwarzburger

Personen:
Günther: Graf von Schwarzburg
Rudolf: Pfalzgraf
Anna: seine Tochter
Asberta: verwitwete Königin von Böhmen
Karl: ihr Sohn
Ritter und Reisige

Zeit der Handlung: um das Jahr 1349

Günther von Schwarzburg – Die vergessene Oper

Ensemble:

Die Marionetten werden geführt und gesprochen von:
Evelyn Dombrowsky, Antje Glanz, Uwe Dombrowsky

Die Gesangsstimmen verleihen den Marionetten (vom Tonträger):
Clarry Bartha (Sopran), Claron McFadden (Sopran), Christoph Pre´gardien (Tenor), Michael Schopper (Bass), Robert Wörle (Tenor)

Es musizieren (vom Tonträger):
La Stagione unter der Leitung von Michael Schneider

Gegeben wird die Marionettenoper auf der nach historischen Vorbildern gestalteten Wandermarionettenbühne des Traditionellen Wandermarionettentheaters der Familie Kressig – Dombrowsky.

Geschichtlicher Hintergrund:

Die Oper behandelt eine Episode aus der deutschen Kaisergeschichte. Als Nachfolger Kaiser Ludwigs des Baiern und Gegenkönig der Wittelsbachischen Partei gegen den Luxemburger Karl IV. war 1349 in Frankfurt am Main der thüringische Graf Günther von Schwarzburg gewählt worden. Karl IV. war seit 1346 Gegenkönig der päpstlichen Partei gegen den vom römischen Volk gekrönten Wittelsbacher Ludwig den Baiern.
Günther von Schwarzburg verzichtete gegenüber dem kaiserlichen Rivalen und starb noch im Jahr 1349.

Geschichte des Projektes:

In Vorbereitung der „2. Thüringer Landesausstellung 2004“ wurde auch die einzige Oper über einen bedeutenden Thüringer Fürsten, „Günter von Schwarzburg“, in einem Libretto von Anton Klein und in Musik gesetzt und SEINER KURFÜRSTL: DURCHLAUCHT ZU PFALZ ZUGEEIGNET von Höchst derselben ersterem Kapellmeister IGNATZ HOLZBAUER wieder entdeckt und der Gedanke geboren, diese in Vergessenheit geratene Oper wieder auf die Bühne zu bringen. Mozart schrieb über dieses Werk im Jahre 1777, nur elf Monate nach der Uraufführung, an seinen Vater: „die Musick von Holzbauer ist sehr schön die Poesie ist nicht werth einer solchen Musick, am meisten wundert mich, dass ein so alter Mann, wie Holzbauer, noch so viell geist hat, denn das ist nicht zu glauben was in der Musick für feuer ist“ (Brief vom 14.11.1777)

Doch kein Thüringer Operntheater konnte diese Oper inszenieren.
In Frankfurt/Main widmet sich Michael Schneider seit 1983 an der dortigen Hochschule für Musik der Alten Musik, u.a. im einzigartigen Aufbaustudiengang „Historische Interpretationspraxis“. Die Gründung des Ensembles „La Stagione“ war eine zwingende Konsequenz aus Schneiders Bedürfnis, einen eigenen hochwertigen Klangkörper für seine Aufführungen vor allem in Vergessenheit geratener Meisterwerke zu haben. 1994 ermöglichte die Stadt Frankfurt anlässlich ihres das 1200jährigen Jubiläums der Stadt eine konzertante Begegnung mit Holzbauers Oper, von der Tonträger existieren. (als CD erschienen bei cpo)

Die Aufführung im heutigen Spielplan ist nicht unproblematisch, denn nicht umsonst ist das Werk mit Mozarts Worten „Was für eine Musick! Welch gräßlicher Text!“ behaftet. Das Traditionelle Marionettentheater Dombrowsky wurde für den Versuch der Umsetzung eines solchen Projektes gewonnen und legt eine eigene Inszenierung des Stückes vor. Basierend auf den Erfahrungen der Rekonstruktion einer historischen Fassung der Oper „Der Freischütz“ nach historischen Materialien des Marionettentheaters Apel aus Dresden um 1875 näherte man sich der Aufgabe.

Die gesamte Oper mit einer Länge von 3 Stunden aufzuführen, erschien unmöglich. So entschloss man sich, den ohnehin mangelhaften Text in Prosa neu zu erstellen und einige der schönsten Arien und Rezitative im Original mit Kürzungen darin einzubetten. Entstanden ist eine Inszenierung in der spezifischen Aufführungspraxis der Wandermarionettentheater, die in volkstümlicher Form, erleichtert verständlich und in rasant verkürzter Aufführungsdauer die Geschichte Thüringens und die Musik Holzbauers heutigem Publikum nahe zu bringen versucht. Dass die komplette Oper auch als „Thüringer Spezialität“ aufgeführt wird, scheint gewiß – nur über das Wann und Wo muss noch Einigkeit hergestellt werden.

Zu danken für die Unterstützung ist:

2. Thüringer Landesausstellung 2004 (www.neu-entdeckt.de), insbesondere der Ideengeberin Claudia Reichardt, Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst im Freistaat Thüringen, LAG Puppenspiel in Thüringen, Rotary-Club Sondershausen sowie der Sparkassen Finanzgruppe.